Die Ausbildung des Pferdes

Die schönsten Künste erzeugen wahrhaft Schönes nur, wenn sie sich in den Grenzen des Natürlichen halten
"Gustav Steinbrecht: „Das Gymnasium des Pferdes“

Ein Pferd ist ein Pferd - mit den Bedürfnissen und Gefühlen, der Sprache und den Instinkten eines Pferdes und ist in Folge dessen als Pferd zu Behandeln.

Das Pferd wurde nicht zum Reiten geboren. Wir tun es dennoch.

Was bedeutet dies für uns Menschen?

Wir reiten es deshalb bitte so schonend wie möglich.

Es muss verstehen, was wir von ihm wollen und genügend Zeit bekommen, sich zu erproben.

Es wird nur soweit gefordert, wie es physisch und psychisch zu leisten vermag,
aber im Rahmen seiner Möglichkeiten maximal gefördert.

Wir arbeiten in der Freiwilligkeit mit positiver Verstärkung.

Wir brauchen umfassende Kenntnisse über die Biomechanik des Pferdes und ebenso über alle Lebensabläufe und Lebensfunktionen.

Das bedeutet, wir müssen die physischen und psychischen Bedürfnisse genau kennen und in der Arbeit berücksichtigen.

Begleitung durch den Menschen in Bescheidenheit und Demut.

Wir nehmen uns zurück, wodurch das Pferd in seiner ganzen Schönheit glänzen darf.

 

Die Ausbildung des Pferdes setzt sich aus folgenden Schritten zusammen:

Mit Freude zum Erfolg

... lautet das Motto der Ausbildung.

Der Beritt ist die Gymnastikstunde Ihres Pferdes. Er baut auf zehn Grundübungen auf, die sich als Gerüst wie ein roter Faden durch die Ausbildung ziehen.

Der Weg dorthin führt Schritt für Schritt über die Lektionen Volten und Schlangenlinien, Schulterherein, Traversalen, Travers und Renvers. Später gehören auch einfache und fliegende Galoppwechsel zum Repertoire.

Wie schulen im Schritt, festigen im Trab und perfektionieren im Galopp.

Die Ausbildung erfolgt nach dem Prinzip der positiven Verstärkung.

Mit abwechslungsreichen Übungseinheiten, genügend Verschnaufpausen und einem ruhigen, wertschätzenden Umgangston wird das Pferd einfühlsam gelobt, Fehler dagegen weitgehend ignoriert. Hoch motiviert kommen so Pferd und Reiter ihrem Ziel mit großen Schritten näher.

Grundsätzlich arbeite ich ohne Schlauf- und andere Hilfszügel. Reithalfter finden nur in Ausnahmefällen Verwendung. Zur Schonung des Pferdemauls setzte ich möglichst eine kalifornische Hackamore (Bosal) ein.

Die Ausbildung in der kalifornischen Tradition mit dem Bosal ist die sanfteste und schonendste Möglichkeit Pferde zu schulen.

In der Korrektur hilft es dem Pferd verfestigte, dysfunktionale Bewegungs- und Verhaltensmuster überwinden zu können und zu einem harmonischen Körpergefühl zurück zu finden.

Die Remonte findet schnell und sicher ihr natürliches Gleichgewicht unter dem Reiter.

Das sensible Pferdemaul wird, gerade im Zahnwechsel, bestmöglich geschützt.

Der Reiter kann von vornherein gefühlvoll zuhören und auf die leisesten Reaktionen des Pferdes eingehen. Jeder noch so kleine Versuch des Pferdes dem Reiterwunsch zu entsprechen wird durch ein Aussetzen der Hilfen oder eine Pause Im Stand oder im Schritt bei hingegebenen Zügeln belohnt.

Zum Ende der erfolgreichen Ausbildung wird nun langsam, Schritt für Schritt, auf die gewünschte Zäumung (z.B. Wassertrense oder Kandare) umgestellt.